Externes Fachwissen nutzen
Bei der Einführung einer neuen Vergütung im Außendienst und Innendienst geht es nicht nur um einen äußerst sensiblen Vorgang, sondern auch um einen relativ komplexen. Verständliches Misstrauen der Mitarbeiter und innere Widerstände können zu einer halbherzigen Umsetzung des Projekts führen. Fehlende Kenntnisse über die Möglichkeiten moderner Vergütung im Außendienst und Innendienst bzw. fehlendes Wissen über arbeitsrechtliche Grundlagen können dazu führen, dass das Projekt zu einer Art „Dauerbaustelle“ mutiert, von der negative Signal- und Motivationswirkungen auf die gesamte Mannschaft ausgehen.
Im Rahmen meiner Tätigkeit als Vergütungsberater konnte ich einige Male beobachten, dass unprofessonell umgesetzte Vergütungsprojekte über den Kreis der direkt betroffenen Mitarbeiter hinaus zu Frust führten und eine Skepsis gegenüber neuen Anläufen aufbauten, doch noch ein verbessertes Vergütungsmodell zu installieren.
Der Erfolg von Vergütungsprojekten hängt in ganz hohem Maß von der Akzeptanz der Mitarbeiter bezüglich der neuen Vergütung im Außendienst und Innendienst ab, ebenso von deren Mitarbeit. Deshalb sind Unternehmen meist gut beraten, einen externen Sachverständigen im Rahmen der Beratung solcher Vergütungsprojekte in den Entwicklungsprozess einzubinden, der mit hohen Fachkenntnissen und Einfühlungsvermögen die Rolle eines „Lotsen durch schwieriges Terrain“ übernimmt. Er wirkt als externer Change Agent, um Akzeptanz zu schaffen und um die notwendigen Veränderungen gemeinsam mit den betroffenen Menschen auf die Schiene zu setzen.
Das Ziel eines klug agierenden Change Agent muss es sein, im Rahmen der Umstellung auf die neue Vergütung im Außendienst und Innendienst notwendige Veränderungsprozesse auf der sozialen Ebene abzusichern. Dabei helfen ihm sein Fachwissen, seine Objektivität und vor allem seine Distanz zu internen sozialen Problemen sowie seine Erfahrung und Unabhängigkeit.
Erfahrungsgemäß erhält der externe Sachverständige im Rahmen der Umstellung auf das neue System der Vergütung im Außendienst und Innendienst zu den betroffenen Menschen eher Zugang als die Führungskräfte des Unternehmens, denen seitens der Mitarbeiter eher Eigeninteressen unterstellt werden. Dem externen Experten, der als „Agent der Veränderung“ auftritt, obliegt es, durch seine Erfahrungen aus anderen, ähnlich gelagerten Projekten, Ergebnisse voranzubringen, als Lösungsgeber zu wirken und das Vergütungsprojekt in überschaubarem Zeitraum abzuschließen.
Dabei hilft es erfahrungsgemäß, bei den betroffenen Mitarbeitern zunächst Konsens über die Defizite des bisherigen Vergütungssystems herzustellen, bevor neue Lösungen für die Vergütung im Außendienst und Innendienst aufgezeigt bzw. entwickelt werden. Die Aufgabe des externen Beraters besteht nicht zuletzt darin, eine Struktur in den Veränderungsprozess zu bringen und bei der Einweisung der Mitarbeiter und Führungskräfte ins neue Vergütungssystem hilfreich zu sein.